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Dieses
künstlerische Rechercheprojekt untersucht, welche Folgen das plötzliche
Ende der Industriearbeit in der ehemaligen Chemieregion um die Stadt Halle/Saale
hatte und welche Brüche, sowohl in den Lebensläufen der Einwohner
als auch in der Entwicklung der gesamten Stadt, damit verbunden sind.
Halle wurde als Ort gewählt, weil viele Aspekte des ostdeutschen
Transformationsprozesses hier besonders augenfällig sind. Die gesamte
Region ist gezeichnet von einem radikalen Strukturwandel hin zur postindustriellen
Gesellschaft. Die sozialen und kulturellen Verwerfungen haben eine andere
Prägnanz als z.B. in Leipzig. Ein Grund dafür ist, dass die
großen Chemiekombinate in dieser Region (Leuna, Buna, Wolfen und
Bitterfeld) stärker dem entsprachen, was Wolfgang Engler die >Arbeitsgesellschaft
DDR< nennt. Deshalb ist das mentale Gepäck, das vor allem die
älteren Leute mit sich tragen - die Standards, Muster, Einstellungen,
die ihre Weltsicht geprägt haben - größer als anderswo.
Für das Projekt wurde im 19. Stock eines Hochhauses nahe des Hallenser
Zentrums eine Wohnung eingerichtet. Zwischen Alt- und Neustadt gelegen
dient dieser Raum als Arbeits- und Veranstaltungsort für Künstler,
Architekten und Wissenschaftler, die eingeladen werden, eine Zeit lang
dort zu leben. Zu Vorträgen, Ausstellungen und Filmvorführungen
steht die Wohnung auch den Hausbewohnern offen, deren Meinung in der Diskussion
um den Stadtumbau wichtig ist.
Team >1990ff<: Thomas Fichtner, Heike Franke,
Michael Grzesiak, Anne König, Clemens von Wedemeyer, Jan Wenzel,
Kai Wenzel, Tobias Zielony
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