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restmodern.de
Oliver Elser, Andreas Muhs
http://www.restmodern.de
teilnehmer

Das Interesse von Oliver Elser und Andreas Muhs gilt der Architektur am Rande der Wahrnehmungsschwelle. Restmodern.de ist jedoch keine Dokumentation im eigentlichen Sinne: Vollständigkeit ist nicht das Ziel. Die Auswahlkriterien sind bewusst subjektiv und auf den "Rand der Architektur" gerichtet. Denn was den Ausdruck einer bestimmten Zeit wirklich umfasst, kann nicht an den architektonischen Höhepunkten, sondern nur durch "sehr viel sehen" im Graubild der Stadt erfahren werden.

Viele Bauten der Nachkriegsmoderne sind bereits abgerissen, oder wurden bis zur Unkenntlichkeit umgebaut. Die verspielten Formen der fünfziger Jahre, die Grobschlächtigkeit der Sechziger, die menschelnde Architektur der Siebziger und die postmodernen Fassadencollagen der achtziger Jahre – das alles ist nur noch in Resten im Original erhalten. Unser Blick richtet sich auf diese Reste. Bevor es endgültig zu spät ist. In den Randzonen der öffentlichen Aufmerksamkeit, bei Bauten, deren Architekten längst vergessen oder überhaupt niemals bekannt geworden sind, finden wir einen verblüffenden Reichtum an architektonischen Formen, der bisher in keinem Architekturbuch erwähnt wurde. Es geht uns um das Typische der jeweiligen Epoche und gleichzeitig um die heute oft schwer nachvollziehbare Eigenwilligkeit, mit der die Architekten damals dem allgemeinen Zeitgeschmack eine individuelle Signatur zu geben versuchten.

Die von uns entdeckten Gebäude sind meistens keine Stars und wurden deswegen auch nicht so fotografiert, als seien es welche. Wichtiger als die klassische Totalansicht waren Ausschnitte und Details, an denen auch die Spuren des täglichen Gebrauchs zu erkennen sind. In der Menge der Bilder kristallisieren sich Muster heraus, die zeittypisch, aber nicht unbedingt Berlin-spezifisch sind.

Biografie

restmodern.de entwickelte sich aus dem gemeinsamen Interesse von Oliver Elser und Andreas Muhs an bislang unbeachtet gebliebenen Gebäuden der Nachkriegsmoderne.

Oliver Elser (1972) ist Architekturkritiker, Archivar und Ausstellungsmacher in Wien. Seit 1999 betreibt er zusammen mit dem Künstler Oliver Croy die “Fritz-Forschung”, die sich der Sammlung und Dokumentation von eigenwilligen Architekturprojekten widmet. Zuletzt wurde sein "Kunst-im-Stadtraum"-Projekt *C–TOR* (mit Lotte Lyon, Wien) mit dem 3. Preis ausgezeichnet.

Andreas Muhs (1965) fotografiert seit 1991 vorwiegend in Berlin Architektur und Stadtbilder für Zeitungen und Zeitschriften (Art, Baumeister, Die Zeit, F.A.Z, F.A.Z.-Magazin, Frankfurter Rundschau, Newsweek). Seit einigen Jahren beschäftigt er sich mit den Möglichkeiten und Veränderungen, die sich aus der Digital-Fotografie ergeben. 2001 begann er, systematisch Bauten der Nachkriegsmoderne zu fotografieren, die jenseits einer allgemeinen Aufmerksamkeit liegen.

     
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