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Marjetica Potrc
wird ihre neuesten Forschungen über das informelle Caracas sprechen
(Caracas Case Project) vorstellen. Das 'Dry Toilet Project' ist ein hands-on
Projekt, das sie mit dem Architekten Liyat Esakov im oberen Teil des Barrios
La Vega, einem Teil der Stadt ohne jeglichen Zugang zum städtischen
Wasserversorgungsnetz, gebaut hat. 'Caracas Visual Vocabulary' zeigt,
wie sich die Moderne in eine defensive Architektur umkehrt, wobei beide
Erscheinungen eine dekorative Sprache bevorzugen. 'Invading, Marking and
Appropriating' handelt von Strategien, die sich nur mit Land, Stadt und
urbanem Raum befassen. Marjetica Potrc verdeutlicht, dass die zwei derzeitig
am schnellsten wachsenden urbanen Formen die gated communities und die
Shantytowns sind, die beide den privaten Raum dem öffentlichen Raum
vorziehen.
Biografie
Marjetica Potrc wendete sich von ihrem früheren Interessengebiet,
der Stadtplanung, ab, als ihr bewusst wurde, dass sie mit diesem Standpunkt
schnell an Grenzen stoßen würde. Für sie ist die Stadt
mehr als ein Körper, in den man kontrolliert eingreifen kann wie
ein Chirurg.
Seither untersucht sie Fälle, in denen Bürger selbst ihre Stadt
gestalten. Individuelle Ansätze führen zu praktikablen Lösungen,
unabhängig von Planung und Kontrolle. Diese Formen der Selbstorganisation
anzuerkennen ist ein Schwerpunkt in der Arbeit von Marjetica Potrc.

Diese Ansichtsweise spiegelt sich auch in ihren Fotografien wieder, die
sie auf ihren Reisen in Städten auf der ganzen Welt aufnimmt. Sie
versucht das, was sie wahrnimmt, so einfach wie möglich zu verarbeiten.
Sie beobachtet den Geschmack der Menschen, was für sie als schön
und wertvoll empfunden wird. Das führt zu manch ungewöhnlichen
Beobachtungen, z.B. ein Haus in Mexiko, dessen Ballustrade von Betonpfeilern
gestützt wird, die wie Baumstämme bemalt sind, oder eine Antennenstange,
die mit Plastik verkleidet zu einem Nadelbaum wird.
Marjetica Potrc zieht es vor, ihre Arbeit nicht in den Kontext der sozialen
oder institutionellen Kritik zu stellen. Sie zeigt die Städte, wie
sie heute sind, ohne zu urteilen oder zu kategorisieren. So überlässt
sie das Urteilen dem jeweiligen Betrachter.
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