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Caracas Urban Think Tank (CCSTT)
Hubert Klumpner & Alfred Brillembourg
www.ccstt.org
teilnehmer

Das Programm befasst sich mit der Stadt Caracas als Forschungsobjekt. Ziel ist es, die Stadt als ein Modell für die momentane kritische Situation zu verstehen, in der sich auch andere lateinamerikanische Städte befinden. In diesem interdisziplinären Projekt wird der Caracas Urban Think Tank durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Am Anfang dieser Initiative steht die Annerkennung der überwältigenden Präsenz und Entwicklung der sogenannten "informellen Stadt", die heute in lateinamerikanischen Metropolen in Erscheinung tritt. Diese Effekte treten verstärkt im Zusammenhang mit ökonomischen Krisen auf und gewinnen eine enorme Kraft, so dass selbst Teile der formalen Stadt in den Sog hineingeraten und vereinnahmt werden.

CARACAS ALS UNTERSUCHUNGSOBJEKT
In den informellen kulturellen Prozessen und Mustern in Caracas finden sich deutliche Hinweise auf ihren wahren urbanen Charakter. Sie können wirklich die Wahrnehmung von von Vergangenheit und Zukunft dieser Stadt in ihrer historischen evolutionären Entwicklung verändern. Lange Zeit war der informelle Sektor von Caracas wie blind, es gab eine ausradierte Vergangenheit und keine Projektionen in die Zukunft. Aus dieser Situation heraus ist er nicht in der Lage, seine Gegenwart zu definieren und befindet sich so in einem konstanten Zustand der Veränderung ohne Voraussicht oder Planung. Neue Strategien müssen aus dem gewaltigen Fundus des Informellen generiert werden, um eine Vergleichsmöglichkeit zu anderen Städten zu schaffen, die hiervon profitieren könnten. Während de Stadt wächst, zerstört sie ihre traditionelle Organisationsstruktur und verwandelt sich selbst inmitten von informellen Interventionen. Die Tatsache, dass diese improvisierte Energie weiter wächst, als wirkliche Repräsentation der urbanen Kultur, ist der Beweis für einen Paradigmenwechsel, konfrontiert uns mit dem Auftauchen neuer Werte und neuer Sprachen.

INFORMELL VS. FORMELL
Das Projekt versucht, weiter zu gehen als die vereinfachende Vorstellung, die Stadt bestünde aus informellen und formellen Bereichen. Vielmehr versteht es die dynamischen Prozesse als Teil eines Ganzen: Das Formelle wird unformalisiert, das Informelle formalisiert. Komplexe Wechselwirkungen in einer ausdifferenzierten Kultur, eine Kultur die von Illegalität, Anonymität, Improvisation, Invasion und anderen Aspekten bestimmt wird, die es noch zu untersuchen gilt. In diesem Sinne birgt diese Einstellung eine Definition des Informellen als globales Phänomen, eine kulturelle Eigenschaft, die mehr ist als ein materieller Zustand. Trotzdem werden in dieser Vision die Bereiche und Umgebungen ausgesondert, in denen das Informelle besonders stark konzentriert und sichtbar auftritt, um so die Prozesse interpretieren zu können.

In der Annerkennung der Arbeit der lokalen Akteure und ihrer Realität liegt die entscheidende Herausforderung dieses Projekts. Sie werden mit unseren internationalen Teilnehmern involviert, was zu einer einzigartigen Gelegenheit des Austauschs führt. Dies wird definitiv der Stadt zugute kommen.

Biografie

Der 1993 gegründete Caracas Urban Think Tank ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation, zusammengesetzt aus einem multidisziplinären Team, das an urbanen Projekten arbeitet. Er versucht, auf der praktischen wie theoretischen Ebene zu der Anwendung von Architektur und Stadtplanung beizutragen, mit besonderem Fokus auf die Stadt Caracas. Seit 1995 sind die Hauptdirektoren Alfredo Brillembourg und Hubert Klumpner.

Alfredo Brillembourg ist Mitglied in der Vereinigung der Architekten und Ingenieure in Venezuela. 1962 wurde er in New York geboren. Er erhielt den Bachelor of Art and Architecture (1984) und den Master of Science in Architectural Design (1986) an der Columbia University, New York. Brillemborg hatte eine Gastprofessur an der Universität José María Vargas und später an der Universität Simon Bolivar in Caracas. Seit 1995 ist er Gastprofessor an der Universidad Central de Venezuela.

Hubert Klumpner, Mitglied der Deutschen Architektenkammer, wurde 1965 in Salzburg geboren. Er erhielt ein Diplom an der Akademie für Angewandte Kunst in Wien (1993) und einen Master in Architektur und Urbanem Design von der Columbia University in New York (1995). Seit 2001 hat er eine Gastprofessur an der Universidad Central de Venezuela. Unter anderem wurde Hubert Klumpner mit dem Preis des Nationalen Olympischen Komitees in Rom, der Stadt Wien und dem Rudolf Schindler Award ausgezeichnet.

     
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