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das
>gocji< projekt untersucht das thema urbane mobilität. in der
fortschreitenden gesellschaftlichen transformation nehmen transitorische
wegräume immer größere abschnitte der lebenszeit in anspruch.
die architektur hat sich ausgiebig mit den start- und endpunkten von wegen
beschäftigt, wenige haben den raum der mobilität erforscht.
benjamins passagenwerk, virilos these einer dromologischen gesellschaft
und die dérives der situationisten sind die bekanntesten vorstöße
in den bereich der urbanen mobilität.
die >gocji< projektgruppe untersucht das thema in drei experimentellen
workshops:
mobilität und stadt, in berlin;
mobilität und habitat, in einer leeren hochhausscheibe in halle-neustadt
und
mobilität und kommunikation in einer sozialen skulptur in der ausstellung
transformers in berlin.
der >gocji< monolith ist ein symbiotisches raumobjekt. im geschlossenen
zustand misst es 2*3*1,30 m. die schnitte in der kubatur vermitteln einen
körper, der ganz erscheint, dessen fragmentierung aber bereits stattgefunden
hat. der geschlossene körper weist erkennbare schnittlinien auf,
entlang derer die mechanischen bewegungvorgänge des objekts verlaufen.
für den entfaltenden nutzer werden keine zwingenden konstellationen
vorgegeben, die gesamtform zerfällt durch seine intervention in einzelne
teile, die nur noch je an einem scharnier miteinander verbunden sind.
im arrangement der elemente kann jeder nutzer seine figur zurechtrücken.
jedes räumliche arrangement wird zur neuen konstruktion. wird der
monolith geöffnet hinterlassen, finden die nächsten nutzer ein
abbild der vorlieben ihrer vorgänger. die konfiguration des >gocji<
monolithen konserviert soziale situationen.
das >gocji< ist anlauf- und verweilpunkt für die ausstellungsbesucher.
der monolith enthält eine reihe von konkreten funktionsangeboten
für sie: eine kaffebar mit mobilen sitzgelegenheiten, eine bibliothek
mit lesebereich, eine liegefläche und einen dialograum. für
besondere anlässe sind die funktionen eines dj-pults und einer bar-oberfläche
integriert. der entfaltungsprozess des monolithen eröffnet schrittweise
neue räumliche und athmosphärische situationen. die fünf
elemente sind in einer linearen kette verbunden, ihre bewegungsspielraum
dadurch limitiert. die generierten athmosphärischen bereiche überlagern
sich, es entstehen störungen und synergieen. maximal entfaltet erreicht
er eine länge von 9,73m, eine direkt bespielte fläche von 33,69qm
und eine beinflußte fläche von 77,5qm. in zusammengefalteter
form läßt er sich auf 2*3m = 6qm reduzieren. zwischen den maximalen
entfaltung und der kompakten ruhestellung sind unterschiedliche ausdehnungen
möglich. je nach arrangement, entstehen zwischen den funktionselementen
querbezüge, die die linearität der reihe durchbrechen. ein beispiel:
die liegefläche kann zur erweiterung der kaffebar genutzt werden,
als sitzgelegenheit zum lesebereich oder für sich als ruhebett mit
aussicht auf den affenbaum.
das projekt wurde gefördert von
corus metalle
reisser
rollenbau
schneider
und viele andere
der >gocji< monolith wurde gebaut an der BTU Cottbus, im lehrsaal
der LS
plastisches gestalten; unterstützt vom LS konstruktion und fertigung,
der
FMPA und der holzwerkstatt (fak2)
Biografie
>gocji< monolith ist Teil des gleichnamigen Entwurfsseminars am
Lehrstuhl von Prof. Inken Baller an der BTU Cottbus, das von Markus Bader
und Martin Ostermann betreut wurde.
Markus Bader, geboren1968, studierte Architektur an der Technischen Universität
Berlin und an der Bartlett School of Architecture in London. Seit 1998
ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Inken Baller
am Fachbereich Architektur an der BTU Cottbus, seit 1997 Mitglied der
Gruppe raumlabor_berlin. Er lebt und arbeitet in Berlin und Cottbus.
Martin Ostermann, geboren 1968, studierte Architektur an der RWTH Aachen
und Bartlett School of Architecture, London, anschließend besuchte
er den Masterstudiengang Graduate Design an der Architectural Association.
Nach seiner Mitarbeit im Studio Libeskind ist er 2003 Gründungsmitglied
des Architektur- und Ausstellungsbüros magma architecture in Berlin.
Zur Zeit arbeitet er als Lehrbeauftragter am Lehrstuhl von Prof. Inken
Baller an der BTU Cottbus. Er lebt und arbeitet in Berlin, London und
Cottbus.
Die Studierenden der BTU Cottbus:
Ruben Arend, Marina Brown, Kerstin Günther, Marc Joly, Stephan Loos,
Marion Mannhold, Wolfgang Meißner, Constantin Mercier, Arndt-Benedikt
Willert-Klasing, Sabine Zweifel
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