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Berlin
ist keine harmonisch gewachsene Stadt, sondern eine poröse Landschaft,
die Stille ausatmet.
Der Rand bietet eine zweite Sichtweise auf die spezifische Natur der Architekturproduktion.
Im Gegensatz zur Architektur erlaubt der Randraum eine direktere, eine
kontinuierlichere Idee von Prozess. Die physischen Überreste hinterlassen
ein Feld voller ephemeren Spuren, die das simultane Existieren von Gegensätzen
und mehrschichtige Informationen zulassen. Architektonische Räume
besitzen diese Qualität in ihrer Exklusivität nicht. Daraus
ergibt sich, dass der Rand wie ein verzögerter Auslöser urbaner
Kulturen funktioniert und es uns ermöglicht, ihn als lokale Sammlung
des Anderen zu verstehen, als denkmalartiges Zeugnis eines
taktischen Raumes. Diese Kontinuität in Raum und Zeit, die nicht
von visuellen Beiträgen, sondern von flüsternden Erzählungen
besetzt ist, ist eine riesige Ressource, die Randgebiete zur ultimativen
Pufferzone der heutigen Stadt macht.
Die dreiteilige Videoinstallation zeigt eine visuelle Erforschung von
Berlin (space), Brüssel (time) und London (energy). Sie zeigt Berlin
als leere Stadt, in der spontane Aktivitäten in den freien Räumen
der urbanen Landschaft stattfinden, die Auslöser für temporäre
Nutzungen und Experimente sind. Brüssel wird in seiner weltlichen
Erscheinung von Randaktivitäten gezeigt, die sich in der alltäglichen
dynamischen Textur der Stadt zu bestimmten Zeiten ausmachen lassen. In
London, wo das vorhandene Spontane durch die Dichte und den räumlich-ökonomischen
Druck eines komplexen urbanen Feldes herausgefordert wird, zeigen die
sich überlappenden Nutzungen und die Vielfalt der Nutzer, wie kollektive
Energien das Erscheinungsbild bestimmen.
Das Projekt von Berlinaside wird bei Transformers in Kooperation mit der
Galerie framework, Berlin, gezeigt. www.framework-berlin.de
Biografie
Berlinaside ist ein Gemeinschaftsprojekt von Kenny Cupers und Markus Miessen,
das 2002 in dem gleichnamigen Buch berlinaside - spaces of uncertainty
veröffentlicht wurde. Schwerpunkt ist die Untersuchung der Bedeutung
von Resträumen und spontanen Nutzungen im urbanen Kontext am Beispiel
von Berlin. Zur Zeit bereiten sie zu diesem Projekt eine Reihe internationaler
Ausstellungen vor.
Kenny Cupers (1978) hat nach seinem Architekturstudium in Belgien im Studio
von Daniel Libeskind gearbeitet. Am Goldsmiths College in London macht
er derzeit seinen Master in Photography and Urban Cultures.
Sein Interesse liegt an der Schnittstelle von urbaner Kultur und sozialem
Wandel.
Markus Miessen (1978) machte seinen Bachelor in Architektur an der Kunsthochschule
in Glasgow. Nach seiner Arbeit im Studio von Daniel Libeskind studiert
er nun an der Architectural Association in London und schreibt für
verschiedene Architekturzeitschriften
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