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pirated spaces - informal architecture
ufo belgrade
transformers III


7. - 23. November 2003



ufo belgrade
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Diese Sammlung von Arbeiten präsentiert das derzeitige Spektrum der Unentschiedenheit in Belgrads Suche nach einer neuen Identität. Die Stadt wird zu einer Theatergruppe ohne Drehbuch. Nach einem halben Jahrhundert mit Titos liberalem Kommunismus, Milosovics introvertiertem Nationalismus, der offenen Volksrevolte und dem Bedürfnis, die Welt wieder zu vereinigen, zeigen diese Werke die umfangreichen Bemühungen hinsichtlich eines „Traumes“ einer eindeutigen Position gegenüber dem aktuellen Nordatlantikbündnis.

Die Komplexität der unterschiedllichen Bevölkerungsgruppen und der Geschichte wird nun als Last empfunden, als ein Hindernis für die Integration in die Europäische Union. UFO Belgrade zeigt eine Bandbreite an persönlichen und kollektiven Analysen von Ambitionen und Sehnsüchten für eine Neuerfindung der Stadt. Diese Neuentwicklung ist jedoch nicht umgehend zu realisieren und scheint sich auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Die Resultate der unterschiedlichen Fragestellungen, die von diesen Kunst- und Architekturprojekten aufgeworfen werden, gleichen einem Nebel: scheinbar für ewig in der Luft hängend, aber nur unter bestimmtem Licht sichtbar, meistens wenn niemand weiter da ist. Die Vernebelung jeglicher klarer Aussicht (an dieser Stelle meinen wir die klare Zukunft der Stadt) passiert innerhalb einiger verschwommener, unkoordinierter Versuche. Die Schönheit dieses schlampigen Prozesses liegt nicht im Neulesen der Vergangenheit, sondern im Verstehen der Gegenwart, was wiederum für eine urbane Bühne der erwünschten Zukunft steht, die jetzt gewesen sein soll.

UFO Belgrade führt diese Unentschiedenheit der Stadt fort und entdeckt dabei eine neue Schönheit, die frei von Vorkonzeptionierungen des üblichen urbanen Lebens, ohne angepasste Geschichte und passende Ideologie, existiert.

Jegliches Verlangen nach einer Redefinition von Stadt im Ganzen bringt immer die unerwartete Möglichkeit mit sich, etwas völlig Gegensätzliches oder Abwegiges miteinander zu vereinen. Es erscheint wie der Unterschied zwischen einem großen Feld, auf das sich Leute mit der Erwartung auf ein Ereignis begeben und einem Hinterhof, in den ein UFO unbemerkt fallen könnte. Letzteres könnte neben einem illegal gebauten Haus am Rande der Stadt passieren. Das noch funktionierende High Tech-Fahrzeug, das zwischen halbfertigen Backsteinhäusern abstürzte, ist durcheinander geraten. Wenn man sich auf diese „außerirdischen“ Bedingungen einlassen will, muss man die skrupelose Welt vergessen und sich eine Alternative zu den schönen Filmen, in denen immer UFOs in Nordamerika landen, ausmalen. In Wirklichkeit kann sehr wohl ein UFO auf ein Favela oder in andere funktionierende Chaosgebiete des „städtischen Verfalls“ stürzen. Wenn man sich nun mit dem Alien auseinandersetzt, wird die Stadt mit der Frage konfrontiert, was als nächstes zu tun ist: Soll der Unbekannte „verkauft“ werden? Soll man das zerbrochene Wrack als die mystische Erinnerung einer Begegnung bewahren?

Das UFO verspricht keine Erleuchtung. Im UFO wird nicht eindeutig klar, was links oder rechts ist, progressiv oder konservativ, radikal oder angepasst, gemeinschaftsorientiert oder individualistisch, sekulär oder religiös, gegen oder für das System arbeitet. Umgeben vom Nebel, abgeschottet vom Außen, gibt es keine Distanz, aus der man sich einen Überblick verschaffen kann, und es offenbart sich nur ein „Nebel“ von nichtklassifizierbaren Aktionen, die zur Antriebskraft sozialer Aktivitäten werden. Licht kann durch die Dunkelheit, aber nicht durch Nebel führen. Hier funktionieren die klassischen westlichen Muster der Aufklärung nicht. Der Nebel ist eine Art Überproduktion und sehr real ... in dem Dinge und Städte auch verschwinden können.

Kuratoren: Srdjan Jovanovic Weiss, Stevan Vukovic, Katherine Carl, Sabine von Fischer


künstler


Bas Princen photographer/Rotterdam
Bojan Boric, Jelena Mijanovic with Mikser-Igor Stoimenov, Maja Vidakovic, Stockholm/Belgrade
Branislav Dimitrijevic writer/curator/Museum of Contemporary Arts/Belgrade
Grupa ŠKART Dragan Protic & Djordje Balmazovic, artists/Belgrade
Ivan Kucina Faculty of Architecture, University of Belgrade
Mihael Milunovic artist/Belgrade
Milorad Mladenovic artist/Paris/Belgrade
Nataša Teofilovic artist/architect/Belgrade
NORMAL GROUP for Architecture, Srdjan Jovanovic Weiss & Sabine v. Fischer, Zurich/New York
STEALTH Group Ana Džokic, Marc Neelen, Milica Topalovic & Ivan Kucina, Rotterdam/Belgrade
Stevan Vukovic writer/curator/Belgrade


Freitag, 7. November, 19:00
Talks: ufo belgrade with Srdjan Jovanovic Weiss, Stevan Vukovic, Katherine Carl & Ivan Kucina in conversation with Berlin critics and artists.

     
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